Pfarrkirche von Rißtissen



Die Kirchengemeinde  Rißtissen gehört als   Exklave seit 1.1.1975 zur Stadt   Ehingen (Donau), hat ca. 1300 Einwohner und ist damit die 3. größte Gemeinde in der Seelsorgeeinheit Donau-Riß. In Rißtissen leben ca. 1000 Katholiken.


Geschichtliches

An dem Ort war ein römisches Kastell was durch viele Münzen und römischen Denkmälern bezeugt ist. Nach der Römerzeit begann die eigentliche Geschichte von Rißtissen vermutlich im 7. Jh., worauf sich durch ein alemannisches Gräberfeld östlich von Rißtissen schließen lässt. Urkundlich wurde Rißtissen vermutlich als 'Tussa' in einem Pergament der Bodenseeabtei St. Gallen um 838 erwähnt. Das Pankratius Patrozinium deutet darauf hin, dass die erste Kirche auch um diese Zeit errichtet worden war, da zu diesem geschichtlichen Zeitraum Pankratius als Patroziniums Name recht geläufig war.

Als hochmittelalterliche Ortsinhaber erscheinen die vornehmen Grafen von Berg. Der Name Diethelm von Tussin im Benediktinerkloster Urspring um 1127 deutet auf den Dienstnamen der Grafen von Berg hin. 1383 kam Rißtissen zusammen mit der Herrschaft von Berg zu Vorderösterreich. Nach wechselnden Besitzverhältnissen kam Rißtissen 1806 nach Bayern. Aber bald darauf wurde es ab 1810 württembergisch und unterstand ab 1823 dem Patronialamt von Ehingen. Seit 1938 gehörte Rißtissen zum Landkreis Ehingen bis dieser 1973 in den Alb-Donau-Kreis überging.


Pfarreigeschichtliches

Obwohl „Tussen“ erst 1275 als eigene Kirchengemeinde erscheint, dürfte die konstanzische Diözesanpfarrei bis in die Karolingerzeit zurückreichen. Vom Hochmittelalter an gehörte Rißtissen zum Landkapitel Laupheim. 1817 wurde Rißtissen dem Dekanat Ehingen angeschlossen, das ab Januar 2008 mit dem Dekanat Ulm zu dem Dekanat Ehingen-Ulm zusammengeschlossen worden ist.

Die jeweiligen Schlossinhaber von Rißtissen waren auch gleichzeitig die Patronatsherren von Rißtissen. Rißtissen kam letztendlich durch Vererbung und Kauf zu den Baronen Schenk von Stauffenberg.

Bis 1806 besaß Rißtissen zwei Kaplaneien. Die erste wurde 1508 durch die Gebrüder Simon und Hans von Stotzingen gestiftet, die zweite 1852 durch die Freiherren von Lauenberg. 1806 wurden die Kaplaneien im Einverständnis mit dem Bischöflichen Ordinariats in eine Vikariatsstelle umgewandelt.

Seit 1666 gibt es die Skapulierbruderschaft „Unsere Lieben Frau auf den Berge Karmel“ deren Fest im Juli gefeiert wird.