Die Fastenzeit, auch österliche Bußzeit oder Quadragesima (Vierzigtägige) genannt, dauert 40 Tage. Nicht mitgezählt werden dabei die (fünf) Fastensonntage.

Formen der Umkehr und Buße gibt es viele:
- Einen Mitmenschen um Vergebung bitten. Ein erster Schritt zur Versöhnung ist die Entschuldigung, das Bedauern und ein Wort der Reue.
- Einander freundlich begegnen. Wenn wir uns freundlich begegnen, uns füreinander engagieren und Verantwortung übernehmen, geschieht Vergebung.
- Wiedergutmachen. Die Bitte um Vergebung ist glaubhaft, wenn Taten folgen: das Gestohlene zurückgeben, das Zerstörte ersetzen ...
- Uns mit der Schöpfung versöhnen. Wenn wir die "Um-Welt" als "Mit-Welt respektieren und Verantwortung für die Schöpfung übernehmen, übernehmen wir Verantwortung für die kommenden Generationen.
- In der Heiligen Schrift lesen. Beim Beten und Lesen in der Heiligen Schrift und im Gespräch darüber vollzieht sich Vergebung.
- Bußgottesdienst feiern. In einer gemeinsamen Feier wird aus der Heiligen Schrift gelesen, das Gewissen erforscht und gemeinsam um die Vergebung der Sünden gebetet.
- Das Sakrament der Versöhnung feiern. Im Namen Christi nimmt der Priester in der Beichte das Bekenntnis der Gläubigen an und erteilt die Lossprechung: "Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Die oder der Beichtende antwortet: "Amen."
- Eucharistie feiern. Am Beginn jeder Eucharistiefeier sprechen die Feiernden ein allgemeines Bekenntnis der Sünden. Der Priester bittet: "Nachlass, Vergebung und Verzeihung unserer Sünden schenk uns der allmächtige und barmherzige Gott."

Der Abend der Versöhnung, der in unserer Seelsorgeeinheit angeboten werden, ist eine gute Möglichkeit der Vorbereitung auf die persönliche Beichte.

Der Aschermittwoch

Auf den Faschingssonntag, den Rosenmontag und den Faschingsdienstag folgt der Aschermittwoch. Er hat seinen Namen von der Asche, die aus den Palmzweigen des Palmsonntags gewonnen wurde. Die Asche ist Zeichen der Umkehr, der Buße, der Reinigung (Asche benötigte man zur Herstellung von Seife) und des neuen Lebens (sie ist ein hervorragender Dünger). Im Gottesdienst am Aschermittwoch wird die Asche ausgeteilt.

Der Aschermittwoch gilt als Fast- und Abstinenztag. Fasten meint: wir essen uns nur einmal am Tag richtig satt. Abstinenz meint: wir verzichten auf Fleischspeisen wie auch am Karfreitag.