Der Rosenkranzmonat Oktober

Am 7. Oktober 1571 besiegte die katholische Seestreitmacht unter Juan de Austria, dem Stiefbruder des spanischen Königs, die türkische Mittelmeerflotte im Golf von Lepanto in der Seeschlacht von Lepanto vernichtend. Der Sieg wurde dem „Gebetssturm“ zugerechnet, bei dem in ganz Europa im Vorfeld der Seeschlacht das Rosenkranzgebet gebetet wurde. In der Folge stiftete Papst Gregor XIII. 1573 das Rosenkranzfest als Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Sieg und fügte es in den liturgischen Kalender ein. Nach dem Sieg über die Türken bei Peterwardein am 5. August 1716 erhob Papst Klemens XI. das Fest zu einem Fest der ganzen Kirche, das am ersten Sonntag im Oktober gefeiert wurde. Papst Pius X. führte diesen Gedenktag mit dem Gedenktag der allerseligsten Jungfrau Maria vom Rosenkranz (Beatae Mariae Virginis a Rosario) zusammen und legte ihn auf den 7. Oktober fest. Das Fest wird seit 1960 als Fest unserer Lieben Frau vom Rosenkranz begangen.

1884 führte Papst Leo XIII. den Oktober als Rosenkranzmonat. Papst Johannes XXIII. empfahl 1959 den Rosenkranzmonat Oktober als Vorbereitung auf das Zweite Vatikanische Konzil. Papst Paul VI. widmete 1969 dem Oktober als Rosenkranzmonat ein apostolisches Schreiben.

Ein Rosenkranz ist eine Zähl- oder Gebetskette, die für das Rosenkranzgebet verwendet wird. Es kann aber auch die Bezeichnung für das Rosenkranzgebet selbst sein. Das Wort Rosenkranz stammt vom lat. rosarium, das mit ‚Rosengarten‘ übersetzt wird. Rosengewächse symbolisieren in der christlichen Ikonographie Maria, die Mutter Jesu. Das Motiv der Madonna im Rosenhag als Beispiel für einen Hortus conclusus steht für die Jungfräulichkeit Mariens. Auch ein Kranz aus Rosen auf dem Kopf ist ein Symbol der Jungfräulichkeit. In der Lauretanischen Litanei wird Maria als Rosa mystica (geheimnisvolle Rose) angerufen.

Gebetet wird der Rosenkranz wie folgt:

  1. Kreuzzeichen, Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Apostolisches Glaubensbekenntnis, dabei wird das Kreuz in der Hand gehalten,

  2. Ehre sei dem Vater und Vaterunser an der ersten großen Perle,

  3. drei Ave Maria mit eingefügten Bitten um christliche Tugenden an den folgenden drei kleinen Perlen,

    1. Jesus, der in uns den Glauben vermehre,

    2. Jesus, der in uns die Hoffnung stärke,

    3. Jesus, der in uns die Liebe entzünde.

  4. Ehre sei dem Vater und anschließend

  5. Fünfzig Ave Maria, in Zehnergruppen (Gesätze) gegliedert. In jeder Zehnergruppe wird jeweils nach dem Wort „Jesus“ ein sogenanntes „Geheimnis“ eingefügt, ein Glaubenssatz, der dem Neuen Testament entstammt und das Leben Jesu und seiner Mutter Maria betrifft. Jedes Gesätz wird eingeleitet mit dem Vater unser (an der großen Perle) und abgeschlossen mit dem Ehre sei dem Vater (vor der nächsten großen Perle).

Rosenkranzgeheimnisse

Derzeit gibt es – in Fünfergruppen aufgeteilt – zwanzig Geheimnisse, die beim Rosenkranzgebet von der Kirche betrachtet werden. Den traditionellen fünfzehn hat Papst Johannes Paul II. im Oktober 2002 anlässlich des 24. Jahrestages seiner Wahl zum Papst mit dem Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariæ eine vierte Fünfergruppe von Rosenkranzgeheimnissen, die „lichtreichen Geheimnisse“, hinzugefügt.

Die freudenreichen Geheimnisse betrachten die Inkarnation und das verborgene Leben Christi:

Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast. (Lk 1,35)
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast. (Lk 1,39–56)
Jesus, den du, o Jungfrau, in Betlehem geboren hast. (Lk 2,1–20)
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast. (Lk 2,22–24)
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast. (Lk 2,41–52)

Die lichtreichen Geheimnisse betrachten einige besonders bedeutende Momente des öffentlichen Lebens und Wirkens Jesu.

Jesus, der von Johannes getauft worden ist. (Lk 3,21–22)
Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat. (Joh 2,1–12)
Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat. (Mk 1,14)
Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist. (Lk 9,28–36)
Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat. (Mk 14,17–25)

Die schmerzhaften Geheimnisse betrachten die Passion Christi:

Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat. (Lk 22,44)
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist. (Joh 19,1)
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist. (Joh 19,2)
Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat. (Joh 19,17)
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist. (Joh 19,18)

Die glorreichen Geheimnisse betrachten die Auferstehung Christi:

Jesus, der von den Toten auferstanden ist. (Lk 24,6)
Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist. (Apg 1,9–11)
Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat. (Apg 2,1–13)
Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat. (1 Kor 15,22–23)
Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat. (Offb 12,1)

Außerdem ist es möglich, eigene Rosenkranzgeheimnisse zu formulieren. Ein Beispiel dafür bietet das katholische Gebet- und Gesangbuch Gotteslob (Nr. 33, Abschnitt 6) mit den trostreichen Geheimnissen:

Jesus, der als König herrscht. (Offb 19,6)
Jesus, der in seiner Kirche lebt und wirkt (herrscht). (Eph 1,22–23)
Jesus, der wiederkommen wird in Herrlichkeit. (2 Petr 3,8–13)
Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten. (Röm 2,1–11)
Jesus, der alles vollenden wird. (1 Kor 15,35–58)

Link: http://www.brauchtum.de/herbst/rosenkranz.html